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Nasrin Hobbi in facebook


Iran als Nachbar bei den "Offenen Grenzen" in Stainz

Mit den "Offenen Grenzen" versucht die Kulturinitiative „StainZeit“ einen Ausbruch aus den Traditionalismen der heutigen Zeit.

Die Begrüßung durch Frontfrau Dr. Doris Zach und Dr. Hassan Sadighi, den „Einfädler" dieses Konzerts, zählte zu den wenigen gewohnten Abläufen eines Konzertabends. Sie zeigten sich sehr erfreut, dass nach einer Pause von zehn Jahren wieder eine iranische Musikformation zu Gast in Stainz ist. Der Auftritt möge, so der gemeinsame Tenor, abseits der vielen negativen Schlagzeilen der jüngsten Zeit, etwas von Vielfalt, Reichtum und Kunst der Jahrtausende alten persischen Kultur zum Ausdruck bringen.

Und tatsächlich: Bereits das virtuose Premierensolo von Amir Kasra Zandian auf seiner "tombac" (Trommel) machte klar: Das ist eine andere Welt. Und er näherte sich damit bei den Zuhörern exakt der Zielsetzung der Veranstalter für den Abend an, sich vom gewohnten Umfeld zu entfernen, sich auf Fremdartiges einzulassen, offene Grenzen zu überschreiten. Eine Dimension für sich stellte die schwarzhaarige Sängerin Nasrin Hobbi dar. Ihre ausgefeilte Musikalität erlaubte es ihr, jenem Timbre in der Stimme zum Durchbruch zu verhelfen, das diese für uns andersartig und ungewohnt anzuhörenden Stimmung ausmacht. Viele Windungen, etliche Wiederholungen von Passagen, das Schleifen lassen der Stimme, all das macht jene Vielfalt aus, die wir gerne unter dem Begriff orientalisch zusammen fassen. Unterstützt, mitunter liebevoll getragen, wurde sie dabei von Nariman Hodjaty auf seiner "taar" (Gitarre), die im Klang einer griechischen Busuki am nächsten kommt. Gefühlvoll, fingerfertig und viel Einfühlungsvermögen ließ er die Stücke zu einer unverbrüchlichen Einheit werden.

Die anmutige Sängerin erwarb sich den Respekt des Publikums auch mit ihrer Einladung, an diesem Abend die Grenzen zwischen den Kulturen zu öffnen und sich als Freunde gegenüber zu stehen. Oder, wie sie es musikalisch in ihrem Lied ausdrückte, lasset ein Blumenmeer der Liebe wachsen. Zumindest an diesem Abend gelang dieses Aneinanderrücken, wie das Mitklatschen und sogar Mitsingen im Refrain zeigte. Sie konnte aber auch anders: In ihrem - wie sie betonte - Lied aus einer schwierigen Zeit sprach sie Unterdrückung und Umstände im heutigen Iran an.

Zum kulturellen Austausch zählte an diesem Abend auch die Kulinarik. In der Park gab es typisch iranische Köstlichkeiten zu verkosten, zu denen die heimischen Schriebl-Fruchtsäfte den Kontrapunkt bildeten. Am Ende des Konzerts kehrten die Besucher zur Tradition zurück: Sie erklatschten sich lautstark ihre Zugaben. Sogar eine mehr, als die Künstler es vorgesehen hatten.


@ 2010 Nasrin Hobbi
www.nasrin-hobbi.com